Darmspiegelung: Vorsorge, die viel bewirken kann

Darmkrebs entwickelt sich häufig über viele Jahre, ohne Beschwerden zu verursachen. Deshalb ist Vorsorge auch dann sinnvoll, wenn Sie sich gesund fühlen. In Deutschland erkrankten 2023 rund 55.000 Menschen an Darmkrebs, etwa 22.700 Menschen starben daran. Diese Zahlen zeigen, wie wichtig eine rechtzeitige Früherkennung ist.

Eine Darmspiegelung kann mehr als Krebs früh erkennen: Dabei lassen sich auch Polypen entdecken und meist direkt entfernen. Aus manchen dieser zunächst gutartigen Gewebeveränderungen kann später Darmkrebs entstehen. Ihre Entfernung kann deshalb verhindern, dass sich die Erkrankung überhaupt entwickelt.

Frauen und Männer können ab 50 Jahren eine Vorsorge-Darmspiegelung als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung in Anspruch nehmen. Bei unauffälligem Befund ist eine erneute Vorsorge-Darmspiegelung in der Regel nach zehn Jahren vorgesehen. Bei Beschwerden oder einem erhöhten persönlichen Risiko kann eine frühere Untersuchung sinnvoll sein.

In unserer Praxis beraten wir Sie persönlich zum passenden Zeitpunkt, zum Ablauf sowie zu Nutzen und möglichen Risiken der Untersuchung. Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen – damit Sie gut informiert über Ihre Vorsorge entscheiden können.

Wann ist eine Darmspiegelung sinnvoll?

Eine Darmspiegelung (Koloskopie) dient der Darmkrebsvorsorge, der Abklärung von Beschwerden und der Kontrolle bereits bekannter Darmerkrankungen. Wann sie erfolgen sollte, hängt von Ihrem Alter, Ihren Beschwerden und Ihrem persönlichen Risiko ab.

Alternativ zur Vorsorge-Darmspiegelung kann alle zwei Jahre ein Test auf verborgenes Blut im Stuhl erfolgen.

  • Bei einem auffälligen Stuhltest: Wird verborgenes Blut nachgewiesen, sollte die Ursache durch eine Darmspiegelung abgeklärt werden.
  • Zur Abklärung von Beschwerden: Blut im Stuhl, anhaltende Veränderungen der Stuhlgewohnheiten, länger bestehende Durchfälle, ungeklärte Bauchschmerzen, unbeabsichtigter Gewichtsverlust oder eine ungeklärte Eisenmangelanämie können Anlass für eine Darmspiegelung sein. Ob sie erforderlich ist, wird nach ärztlicher Beurteilung entschieden – unabhängig vom Vorsorgealter.
  • Bei erhöhtem Risiko: Wenn nahe Angehörige an Darmkrebs erkrankt sind, eine erbliche Veranlagung oder bestimmte chronisch-entzündliche Darmerkrankungen vorliegen, können frühere und regelmäßigere Untersuchungen sinnvoll sein.
  • Zur Kontrolle und Nachsorge: Nach der Entfernung von Darmpolypen oder einer Darmkrebserkrankung werden die Untersuchungsabstände individuell anhand der Befunde festgelegt.

Wir beraten Sie persönlich, ob eine Darmspiegelung für Sie sinnvoll ist und welcher Zeitpunkt zu Ihrer Situation passt.

Wie wird eine Darmspiegelung durchgeführt?

Damit die Darmschleimhaut bei einer Darmspiegelung zuverlässig beurteilt werden kann, muss der Darm gründlich gereinigt sein. Dafür trinken Sie eine spezielle Abführlösung – je nach Untersuchungstermin meist am Vortag und am Morgen der Untersuchung. Während der Vorbereitung dürfen Sie ab einem festgelegten Zeitpunkt nur noch klare Flüssigkeiten wie Wasser, Tee ohne Milch oder klare Brühe zu sich nehmen. Wann Sie zuletzt essen und trinken dürfen, erfahren Sie in unserer ausführlichen Vorbereitungsanleitung:

Bei der Untersuchung wird ein dünnes, flexibles Endoskop vorsichtig über den After eingeführt und durch den Dickdarm bis zum Übergang zum Dünndarm vorgeschoben. Eine Kamera überträgt die Bilder auf einen Monitor. So lässt sich die Darmschleimhaut genau betrachten und auf mögliche Veränderungen untersuchen. Luft oder Kohlendioxid entfalten den Darm und verbessern die Sicht.

Über einen Arbeitskanal im Endoskop können bei Bedarf Gewebeproben entnommen und Polypen entfernt werden. Diese Schritte verursachen in der Regel keine Schmerzen. Die Proben werden anschließend im Labor untersucht; das Ergebnis liegt meist nach einigen Tagen vor.

Auf Wunsch und nach ärztlicher Rücksprache kann die Darmspiegelung unter Sedierung erfolgen. Dabei erhalten Sie ein Medikament, das Sie in einen schlafähnlichen Zustand versetzt. Die Untersuchung dauert meist etwa 20 bis 30 Minuten. Werden Polypen entfernt oder sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich, kann sie länger dauern.

Nach einer Sedierung müssen Sie sich von einer Begleitperson abholen lassen. Für mindestens 12 Stunden dürfen Sie kein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen. Weitere Hinweise erhalten Sie vor Ihrer Entlassung.

Unser Angebot

In unserer gastroenterologischen Praxis in Andernach bieten wir Ihnen folgende Untersuchungen und Behandlungen an:

  • Vorsorge-Koloskopie: Darmspiegelung zur Darmkrebsvorsorge und Früherkennung
  • Diagnostische Koloskopie: Darmspiegelung zur Abklärung von Beschwerden und auffälligen Befunden
  • Rektoskopie: Untersuchung des Enddarms
  • Proktosigmoidoskopie: Spiegelung des Enddarms und des angrenzenden unteren Dickdarmabschnitts, des sogenannten Sigmas
  • Polypektomie: Endoskopische Entfernung von Polypen im gesamten Dickdarm, bei Bedarf mittels endoskopischer Mukosaresektion (EMR)